Remote-Arbeit gibt dir die Wahl: Du kannst als Angestellter remote arbeiten – oder als Freelancer. Beide Wege führen ins Home Office. Aber sie unterscheiden sich fundamental in Sicherheit, Einkommen, Freiheit und Risiko.
Dieser Guide hilft dir, die richtige Entscheidung zu treffen – ohne Romantisierung und ohne Angstmache.
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Ob Festanstellung oder Freelance – auf RemoteDACH findest du beides.
Inhaltsverzeichnis
- Der Kernunterschied: Was bedeutet was?
- Gehalt: Was bleibt wirklich übrig?
- Sicherheit und Risiko
- Freiheit und Kontrolle
- Sozialversicherung: Der entscheidende Faktor
- Steuern: Wo bleibt mehr?
- Scheinselbstständigkeit: Die große Gefahr für Freelancer
- Wann Freelance besser ist
- Wann Angestellt besser ist
- FAQ
Der Kernunterschied: Was bedeutet was?
Angestellter Remote-Worker:
- ●Fester Arbeitsvertrag mit einem Unternehmen
- ●Monatliches Fixgehalt + Zusatzleistungen
- ●Arbeitgeber zahlt 50% der Sozialversicherung
- ●Kündigungsschutz, Urlaubsanspruch, Lohnfortzahlung bei Krankheit
- ●Weisungsgebunden (Aufgaben werden vom Arbeitgeber definiert)
Freelancer:
- ●Selbstständiger Auftragnehmer für einen oder mehrere Auftraggeber
- ●Stundenbasiertes oder projektbasiertes Honorar
- ●Zahlt alle Sozialversicherungsbeiträge selbst
- ●Kein Kündigungsschutz (Aufträge können enden)
- ●Eigenverantwortlich für Aufgaben, Kunden, Akquise
Gehalt: Was bleibt wirklich übrig?
Das Bruttogehalt vs. Stundensatz direkt zu vergleichen führt in die Irre. Lass uns realistisch rechnen:
Angestellter (Beispiel: 70.000 € brutto)
| Position | Betrag |
|---|---|
| Bruttogehalt | 70.000 € |
| Einkommenssteuer + Soli (~ 35%) | -24.500 € |
| Arbeitnehmer-Sozialversicherung (~20%) | -14.000 € |
| Netto-Einkommen | ~31.500 € |
| + Arbeitgeberanteile (die du nicht siehst) | ~14.000 € |
Plus Benefits: 28–30 Tage Urlaub, Krankheit, Betriebliche Altersvorsorge, Gerät gestellt.
Freelancer (Beispiel: 80 €/h, 220 Arbeitstage, 8h/Tag = 140.800 € Umsatz)
| Position | Betrag |
|---|---|
| Brutto-Umsatz | 140.800 € |
| Nicht-fakturierbare Zeit (Akquise, Admin, ~25%) | -35.200 € |
| Effektiver Umsatz | 105.600 € |
| Betriebsausgaben (Software, Büro, Versicherungen) | -8.000 € |
| Gewinn | 97.600 € |
| Einkommenssteuer + Soli (~38%) | -37.100 € |
| Krankenversicherung (privat, ~500–700 €/Monat) | -7.200 € |
| Rentenversicherung (freiwillig, empfohlen) | -5.000 € |
| Verbleibendes Einkommen | ~48.300 € |
Fazit: Der Freelancer verdient mehr netto – aber braucht auch höheren Umsatz und trägt mehr Risiko. Gleichwertiger Vergleich: Angestellter mit 70k brutto ≈ Freelancer mit 80–100k € Jahresumsatz.
Sicherheit und Risiko
Angestellter
✅ Monatliches Fixgehalt ✅ Lohnfortzahlung bei Krankheit (6 Wochen) ✅ Urlaub bezahlt ✅ Kündigungsschutz (Probezeit, Kündigungsfrist, ggf. Abfindung) ✅ Betriebliche Altersvorsorge möglich ❌ Abhängigkeit von einem Arbeitgeber ❌ Gehaltsverhandlung nur 1x/Jahr
Freelancer
✅ Mehrere Auftraggeber = Risikodiversifikation ✅ Honorar kann schnell angepasst werden ✅ Kein Chef, der kündigen kann (nur Aufträge enden) ❌ Kein Umsatz = kein Einkommen ❌ Krankheit auf eigene Kosten ❌ Altersvorsorge komplett selbst ❌ Akquise-Risiko (was wenn keine neuen Aufträge?)
Freiheit und Kontrolle
Angestellter Remote-Worker:
- ●Arbeitszeit: Oft Core-Hours, Überstunden werden erwartet
- ●Aufgaben: Vom Arbeitgeber definiert
- ●Tools: Vom Unternehmen vorgegeben
- ●Urlaub: Abzustimmen, aber bezahlt
Freelancer:
- ●Arbeitszeit: Du entscheidest (innerhalb von Projektdeadlines)
- ●Aufgaben: Du nimmst an, was du willst
- ●Tools: Frei wählbar
- ●Urlaub: Jederzeit – aber unbezahlt
Sozialversicherung: Der entscheidende Faktor
Das ist für viele das entscheidende Argument:
Als Angestellter:
- ●Rentenversicherung: 50% zahlt Arbeitgeber
- ●Krankenversicherung: 50% zahlt Arbeitgeber (GKV)
- ●Arbeitslosenversicherung: Inklusive → Anspruch auf ALG I
Als Freelancer:
- ●Rentenversicherung: Freiwillig (oder Pflicht für bestimmte Berufsgruppen)
- ●Krankenversicherung: Voll selbst zahlen (GKV als Freiwilliger oder PKV)
- ●Keine Arbeitslosenversicherung → kein ALG I
Typische Freelancer-Sozialkosten: 700–1.200 €/Monat für KV + freiwillige Rente + ggf. BU-Versicherung.
Steuern: Wo bleibt mehr?
Freelancer-Vorteile:
- ●Betriebsausgaben absetzbar (Laptop, Software, Co-Working, Reisen, Fortbildungen)
- ●Steuerlast optimierbar (Investitionen in Betriebs-GmbH möglich)
- ●Kleinunternehmerregelung (bis 22.000 € Umsatz: keine MwSt-Pflicht)
Angestellten-Vorteil:
- ●Weniger Steuercompliance (keine USt-Erklärung, keine Gewerbesteuer)
- ●Weniger Verwaltungsaufwand
Scheinselbstständigkeit: Die große Gefahr für Freelancer
Wer als Freelancer mit einem einzigen Auftraggeber arbeitet und dabei wie ein Angestellter eingebunden ist, riskiert Scheinselbstständigkeit.
Anzeichen für Scheinselbstständigkeit:
- ●Du arbeitest ausschließlich (>5/6 des Umsatzes) für einen Auftraggeber
- ●Du bist in den Betrieb integriert (eigenes Büro, Firmenlaptop, Firmenemail)
- ●Du unterliegt Weisungen wie ein Angestellter (feste Arbeitszeiten, Anwesenheitspflicht)
- ●Du nutzt Arbeitsmittel des Auftraggebers
Konsequenz: Nachzahlung von Sozialversicherungsbeiträgen (Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil!) für bis zu 4 Jahre.
Wann Freelance besser ist
- ●Du hast gefragte Skills und kannst 2–5 Auftraggeber bedienen
- ●Du kannst mit Einkommensschwankungen umgehen (oder hast Rücklagen)
- ●Du willst maximale Autonomie über Zeit und Aufgaben
- ●Du planst ohnehin Workation oder häufige Ortsunabhängigkeit
- ●Du willst von Steuervorteilen profitieren
- ●Dein Stundensatz liegt deutlich über dem angestellten Äquivalent
Wann Angestellt besser ist
- ●Du schätzt Planungssicherheit und Fixgehalt
- ●Du hast Familie oder Verpflichtungen, die Stabilität erfordern
- ●Du willst keine Zeit mit Akquise, Buchhaltung und Admin verbringen
- ●Du bist am Anfang deiner Karriere (On-the-Job-Learning durch Team)
- ●Du schätzt die Karriere-Entwicklung im Unternehmenskontext
- ●Du willst Anspruch auf ALG I behalten
FAQ: Freelance vs. Angestellt remote
Kann ich beides kombinieren?
Ja – als Angestellter mit genehmigtem Nebenerwerb (Nebengewerbe). Dabei aber Steuer und mögliche Interessenskonflikte mit Arbeitgeber beachten.
Wie hoch sollte mein Stundensatz als Freelancer sein?
Faustformel: Angestellt-Jahresgehalt ÷ 1.000 = Mindest-Stundensatz. Bei 70.000 €: min. 70 €/h. In der Praxis braucht man 20–30% Puffer für nicht-fakturierbare Zeit.
Wann lohnt sich der Wechsel zu Freelance?
Wenn du gefragt bist (Kunden anfragen dich), dein Stundensatz-Äquivalent deutlich über deinem Angestellten-Gehalt liegt, und du mit Unsicherheit umgehen kannst.
Dein Weg – deine Entscheidung
Es gibt kein objektiv richtiges Modell. Beides funktioniert. Die Frage ist, welche Prioritäten du setzt: Sicherheit, Freiheit, Einkommen, Wachstum.
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Beide Modelle findest du auf RemoteDACH.
Weiterführende Artikel:
- ●📖 Scheinselbstständigkeit vermeiden: Der Leitfaden
- ●📖 Freiberufler Steuern einfach erklärt
- ●📖 PKV für Selbstständige und Remote-Worker
Zuletzt aktualisiert: 23. Mai 2026. Kein Steuerrat – für individuelle Fragen bitte Steuerberater konsultieren.









