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Baby-Spielzeug neben Laptop auf Schreibtisch – Elternzeit und Remote-Arbeit kombiniert
Rechtliches & Versicherung

Elternzeit und Remote-Arbeit: Was ist erlaubt, was nicht?

RemoteDACH Redaktion26. Juni 202610 Min. Lesezeit

Elternzeit und Remote-Arbeit kombinieren: Was ist erlaubt? Teilzeit in Elternzeit, Keep-in-Touch-Days, Elterngeld und Homeoffice – der Rechts-Guide.

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"Kann ich in der Elternzeit remote nebenbei arbeiten?" – Diese Frage stellen sich viele Eltern. Die Antwort ist: Ja, unter bestimmten Voraussetzungen. Aber die Details sind komplex.

Dieser Guide erklärt die rechtlichen Grundlagen, was mit Elterngeld passiert und wie du Elternzeit und Remote-Arbeit clever kombinierst.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Grundlagen: Was ist Elternzeit?
  2. Teilzeit in der Elternzeit: Was ist erlaubt?
  3. Elterngeld und Teilzeitverdienst
  4. Keep-in-Touch-Days: Die "Urlaubstage" der Elternzeit
  5. Remote-Work in Elternzeit beim gleichen Arbeitgeber
  6. Freelance oder Nebenjob in der Elternzeit
  7. FAQ

Grundlagen: Was ist Elternzeit?

Elternzeit ist das Recht, nach der Geburt eines Kindes bis zu 3 Jahre aus dem Beruf auszusteigen – mit Rückkehrrecht zum Arbeitgeber. Elternzeit ist unbezahlt (das Elterngeld kommt vom Staat, nicht vom Arbeitgeber).

Wichtige Fakten:

  • ●Bis zu 3 Jahre pro Elternteil
  • ●Anmeldung beim Arbeitgeber: 7 Wochen vor Beginn (schriftlich)
  • ●Kündigungsschutz: Gilt während der gesamten Elternzeit
  • ●Teilzeit ist in der Elternzeit erlaubt (bis 32h/Woche)

Teilzeit in der Elternzeit: Was ist erlaubt?

Die gesetzliche Regelung

In der Elternzeit kannst du bis zu 32 Stunden pro Woche einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen – bei deinem eigenen Arbeitgeber oder bei einem anderen.

Beim eigenen Arbeitgeber:

  • ●Du hast einen Anspruch auf Reduzierung der Arbeitszeit auf bis zu 32h/Woche
  • ●Arbeitgeber kann nur aus "dringenden betrieblichen Gründen" ablehnen
  • ●Mindestlaufzeit der Teilzeit: 2 Monate

Bei einem anderen Arbeitgeber:

  • ●Möglich, aber: Arbeitgeber muss zustimmen
  • ●In der Praxis: Arbeitgeber stimmen bei transparenter Kommunikation meist zu

Remote als Teilzeit in der Elternzeit

Das Modell "Remote-Teilzeit in der Elternzeit" ist rechtlich einwandfrei – und besonders familienfreundlich:

  • ●Keine Pendelzeit
  • ●Flexiblere Einteilung um Kita-/Schlafzeiten
  • ●Niedrigere Vollzeit-Kosten (Kita, Kinderbetreuung)

Elterngeld und Teilzeitverdienst

Hier wird es für die meisten am komplexesten.

Elterngeld Basis

  • ●65–67% des durchschnittlichen Nettoeinkommens der letzten 12 Monate
  • ●Minimum: 300 €/Monat, Maximum: 1.800 €/Monat
  • ●Bezugsdauer: 14 Monate (wenn beide Elternteile Elterngeld beziehen)

Elterngeld Plus

Elterngeld Plus ist das Modell für Teilzeit-Elternzeit:

  • ●Du bekommst 50% des normalen Elterngeldes
  • ●Dafür doppelt so lange (28 statt 14 Monate für beide Elternteile)
  • ●Du darfst dabei bis 32h/Woche Teilzeit arbeiten

Was passiert mit Verdienst in der Elternzeit?

Wenn du in der Elternzeit (Teilzeit) verdienst:

  • ●Das Elterngeld wird angerechnet, nicht gestrichen
  • ●Neue Berechnungsgrundlage: Elterngeld = 65% × (Vorjahreseinkommen - aktuelles Einkommen)
  • ●Bei Einkommen unter 300 €: kein Einfluss auf Mindest-Elterngeld

Beispiel:

  • ●Vorjahres-Nettoeinkommen: 2.500 €/Monat
  • ●Elterngeld ohne Arbeit: 1.625 €/Monat (65% von 2.500)
  • ●Du arbeitest Teilzeit und verdienst 1.000 €/Monat netto
  • ●Neues Elterngeld: 65% × (2.500 - 1.000) = 975 €/Monat
  • ●Gesamt: 975 + 1.000 = 1.975 €/Monat (statt 1.625 € ohne Teilzeit)

Keep-in-Touch-Days: Die "Kontakttage" der Elternzeit

Keep-in-Touch-Days (KIT-Tage) sind Tage, an denen du während der Elternzeit für deinen Arbeitgeber arbeitest – mit Zustimmung beider Seiten.

Regelung:

  • ●Bis zu 15 Tage pro Elternzeit-Jahr
  • ●Müssen freiwillig sein (kein Zwang)
  • ●Müssen vergütet werden (normaler Tagessatz)
  • ●Kein Elterngeld-Abzug für KIT-Tage (!)

Remote KIT-Tage: Perfekt für Remote-Worker. Einfach einen Arbeitstag zuhause, ohne Pendelaufwand, ohne Kinderbetreuung organisieren zu müssen (zumindest wenn Kind schläft oder anderweitig betreut).

Was du vermeiden musst: Regelmäßige KIT-Tage können als versteckte Teilzeit gewertet werden. Bleib bei maximal 15 Tagen pro Jahr.


Remote-Work in Elternzeit beim gleichen Arbeitgeber

Das häufigste Modell: Du bleibst bei deinem Arbeitgeber, reduzierst auf 20–30h und arbeitest vollständig remote.

Wie du das beantragst

  1. Schriftlicher Antrag: An Arbeitgeber, mindestens 7 Wochen vor dem geplanten Beginn
  2. Inhalt des Antrags:
  • ●Gewünschte Stundenzahl (z.B. 25h/Woche)
  • ●Zeitraum (z.B. ab [Datum] für mindestens 2 Monate)
  • ●Gewünschte Verteilung (z.B. Mo-Fr 6-11 Uhr)
  • ●Explizite Bitte um Remote/Homeoffice
  1. Ablehnungsmöglichkeit des Arbeitgebers: Nur aus "dringenden betrieblichen Gründen". Diese müssen konkret benannt werden.

Was wenn der Arbeitgeber ablehnt?

  • ●Schriftlich die Gründe verlangen
  • ●Mit Arbeitsrechtler die Gründe prüfen lassen
  • ●Ggf. Klage auf Genehmigung der Teilzeit

Freelance oder Nebenjob in der Elternzeit

Auch Freelancing ist in der Elternzeit möglich – bis 32h/Woche.

Genehmigung des Arbeitgebers

Für einen Nebenjob während der Elternzeit brauchst du die Zustimmung deines (eigentlichen) Arbeitgebers. Diese darf nur aus wichtigem Grund abgelehnt werden (z.B. wenn der Freelance-Auftrag für einen direkten Wettbewerber ist).

Steuerliche Aspekte

Freelance-Einkommen in der Elternzeit wird steuerlich normal behandelt. Für Elterngeld wird es angerechnet.

Praxis-Tipp

Viele Eltern starten in der Elternzeit als Freelancer – und entscheiden sich nach der Elternzeit, nicht zurückzugehen, sondern freiberuflich weiterzumachen.


FAQ: Elternzeit und Remote-Arbeit

Kann ich während der Elternzeit vollzeit remote freelancen?

Nein. Maximum ist 32h/Woche. Vollzeit-Freelancing (40h+) in der Elternzeit verstößt gegen das BEEG.

Muss ich Elterngeld zurückzahlen, wenn ich in der Elternzeit verdiene?

Das Elterngeld wird angerechnet (reduziert), aber nicht zurückgefordert. Du erhältst weniger, weil das System so konzipiert ist.

Kann der Arbeitgeber KIT-Tage erzwingen?

Nein. KIT-Tage sind vollständig freiwillig auf beiden Seiten.

Was wenn ich in der Elternzeit krank werde?

Als Arbeitnehmer in Elternzeit: Krankengeld gibt es nicht (du bist ja nicht krankenversichert über den Arbeitgeber). Privat Krankengeld: Falls vorhanden. Elterngeld läuft weiter.

Gilt der Kündigungsschutz in der Elternzeit auch bei Remote?

Ja. Elternzeit-Kündigungsschutz gilt unabhängig vom Arbeitsmodell.


Elternzeit clever nutzen

Elternzeit und Remote-Arbeit können eine Win-Win-Situation sein: Du bleibst im Berufsfeld, hältst dein Netzwerk warm – und verdienst nebenbei.

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